Unsere Geschichte

Die Forderung nach einem gemeinsamen Unterricht gibt es nicht erst seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention in 2009. Der Verein Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen wurde bereits 1981 von Eltern gegründet, die für ihre behinderten Kinder einen Platz an der Regelschule wünschten. Ohne Know-how, ohne gesetzliche Grundlage, gegen starke Vorbehalte, dafür aber mit einigen Pionieren und Überzeugten an ihrer Seite. Zu unseren ersten Unterstützern zählten die Schulleiterin der Bodelschwinghschule, Bärbel Bode, Schulamtsleiter Werner Koch-Gombert und Heribert Brabeck von der Stadt Bonn.

Inzwischen gehören dem Verein etwa 100 Mitglieder an. Unsere Aktivitäten werden heute von einem fünfköpfigen Vorstand und weiteren ehrenamtlich arbeitenden Eltern getragen, außerdem konnten wir inzwischen eine hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle einrichten. Unterstützt werden wir von einer Reihe von Unternehmen, die ihr Know-how zur Verfügung stellen. Für Eltern, die für ihre Kinder einen inklusiven Unterricht wünschen sowie Einrichtungen, die ihre Angebote für alle zugänglich gestalten wollen, bietet "Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen Bonn" heute Beratung, Unterstützung und Kontakte zu einem Netzwerk an Experten. Die Arbeit des Vereins wird seit 2013 von der Aktion Mensch gefördert. Im Jahr 2014 förderte das Bonner Spendenparlament unser erstes Freizeitprojekt.

Im Jahr 1994 wurde aus unserem Verein heraus die Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen NRW e.V. gegründet. Sie koordiniert landesweit Elterninitiativen, die im Bereich Inklusion tätig sind und gehört zu unseren wichtigsten Kooperationspartnern. Ein weiterer wichtiger Partner ist der Kölner Elternverein mittendrin, der den Kongress „Eine Schule für Alle“ trägt. Im Rahmen des Kongresses fanden sich 30 Elterninitiativen zusammen, die sich regelmäßig im Rheinlandplenum austauschen und gemeinsame Aktionen organisieren. Eine erfolgreiche gemeinsame Aktion waren die in mehreren Kommunen eingebrachten Bürgeranträge, mit denen die Erstellung von lokalen Inklusionsplänen gefordert wurde (2009), hier der Bonner Antrag von GLGL. Die Städte sollten sich auf eine planvolle Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichten. Später forderten die Elterninitiativen in weiteren Bürgeranträgen eine Erhebung der Ressourcen, die die Kommunen für sonderpädagogische Förderung ausgeben. Ziel war es zu ermitteln, wie hoch die Ausgaben für sonderpädagogische Förderung im Förderschul- wie im Regelschulsystem sind. Zahlen, die es in der Zusammentellung bislang nicht gab! Damit sollte Transparenz geschaffen werden, um sicherzustellen, dass beim Inklusionsprozess keine Reduzierung der Mittel für Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf stattfindet. Während der Beratungen in den verschiedenen Ausschüssen wurden auch noch die folgenden Fragen aufgeworfen, deren Beantwortung allerdings von Seiten der Verwaltung auch noch aussteht.

Die ersten Schulbegleiter in Bonn wurden - damals noch als Zivildienstleistende - über unseren Verein zur Verfügung gestellt. Häufig war es auch genau diese Ressource, die Schulen dazu bewogen hat, mit Gemeinsamem Unterricht überhaupt erst zu beginnen. Dass wir die dortigen Teams aus Lehrern, Sonderpädagogen und Schulbegleitern dann auch z.T. über lange Zeiträume begleiten und bei auftretenden Schwierigkeiten ins Gespräch gehen und ggf. fachliche Unterstützung hinzuholen, hat sich hilfreich und zielführend erwiesen, um das Gemeinsame Lernen für alle Beteiligten gelingen zu lassen.

Weiterhin kooperieren wir mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, der Behinderten-Gemeinschaft Bonn als städtischer Behindertenbeauftragter und dem Diakonischen Werk Bonn/Rhein-Sieg. Zum fachlichen Austausch sind wir mit der Bertelsmannstiftung, der Montag Stiftung sowie der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen vernetzt.