Inzwischen ist Johannes groß, bald wird er schon zehn! Das heißt, die Zeit, die wir mit GLGL teilen, reicht auch schon Jahre zurück.

Angefangen hat es mit einem Flyer, der bei uns im integrativen Kinderhaus auslag, da war Johannes erst drei. Ein Jahr später, als die ersten Überlegungen in Richtung Grundschule anstanden, haben wir uns dann erstmals bei Euch gemeldet: Das Kinderhaus veranstaltet jedes Jahr einen Elternabend „Welche Schule für mein Kind?“. Dieses Mal hatten wir nicht nur die umliegenden Grundschulen eingeladen, sondern auch GLGL, was damals, lange bevor „Inklusion“ in aller Munde war, zu einem höchst spannenden Abend mit vielen Diskussionen führte!

Am Ende hatten die Schulen (Ausgangsposition: „Wie soll das denn in der Praxis gehen?“) und auch wir Eltern („Wer Inklusion will, sucht Lösungen!“) durch Euch einen ganzen Haufen Denkanstöße bekommen!

Die Wahl der richtigen Schule ist schwierig. Auf den Elternabend folgten viele Telefonate mit GLGL über den Schulalltag, und wie man ihn mit Behinderung schaffen kann. Dabei haben wir es ja noch einfach – Johannes hat ‚nur‘ eine Gehbehinderung, eine Spastik in den Beinen, die Arme sind nur leicht betroffen, und der helle Kopf macht alles locker wett. Wie auch immer, danke an Euch! Die Beratung von Eltern für Eltern war für uns Gold wert!

Dann kam die Grundschulzeit. Wir hatten uns für eine Regelgrundschule, halbwegs barrierefrei, mit Einzelintegration entschieden. Die Schule war auf dem Weg der Inklusion, aber noch am Anfang des Weges: Es gab kaum Erfahrungen, auf die wir zurückgreifen konnten. Dafür aber viele offene Türen und Köpfe und ganz praktische Unterstützung von Euch: Die Schulbegleiter, die Johannes in den vier Jahren zur Seite standen, kamen alle über GLGL und wurden von Euch gut betreut. So ging es ihm bestens, und er konnte mit seinen Freunden in Schule und OGS zusammen sein. Danke auch hierfür! Das einzige Manko im Rückblick: die Einzelintegration. Im Kinderhaus waren mehrere Kinder mit Behinderungen, mit Einschränkungen unterschiedlicher Art. Das haben wir die letzten Jahre vermisst, denn so war Johannes immer ‚besonders besonders‘.

Und jetzt im Sommer folgt der nächste große Schritt, der Wechsel auf die weiterführende Schule. Nach einigem Hin und Her wird es doch unsere Wunschschule, die Gesamtschule in Beuel. Dort fühlten wir uns bei Vorgesprächen, Tagen der Offenen Tür und sonstigen Besuchen bestens aufgehoben. Aber nach der Anmeldung kam aus heiterem Himmel eine Absage – eine Gesetzesänderung hatte Johannes aus dem Losverfahren ausgeschlossen! Und wieder standet Ihr uns mit Rat und Tat zur Seite: Eine gemeinsame Aktion beim Schulausschuss der Stadt und eine erfahrene Rechtsanwältin halfen, die Schulbehörden von seinem Recht auf gleiche Behandlung zu überzeugen. Am Ende kam doch noch die Zusage. Auf die gesamte Aktion hätten wir natürlich gerne verzichtet. Aber anders betrachtet: So wird man stark fürs Leben!

Jetzt freuen wir uns darauf, an einer bunten, erfahrenen Schule den Weg der Inklusion weiter mitzugestalten. Weiterhin gemeinsam leben – gemeinsam lernen!