Seit Sommer 2010 bis 2016 hatten wir insgesamt 7 junge Frauen, die Sophia beim Schulweg, bei Ausflügen, im Sport- und Schwimmunterricht und auch und vor allem im Schulalltag unterstützten.

Wir hätten am Anfang nicht zu hoffen gewagt, dass Sophia die Grundschulzeit mit (für ihre Krankheit) so wenig Problemen durchläuft. Und noch weniger hätten wir glauben können, dass sie ein Gymnasium besuchen wird und das Ziel Abitur erreichbar scheint.

Aber vielleicht erst mal ganz von vorne:

Sophia wurde 2003 mit einem sehr schweren Herzfehler geboren und es war nie sicher, wie gut sie behandelt werden könnte, und wie gut sie sich entwickeln würde. Mit einem halben Jahr wurde sie operiert, der Herzfehler konnte nur teilkorrigiert werden. Aber sie entwickelte sich danach trotz verminderter Belastbarkeit und verschiedenen anderen Problemen ganz ordentlich.

Unsere Tochter wurde im Regelkindergarten aufgenommen. Dort nahm sie sich bei körperlichen Aktivitäten sehr zurück und bei Ausflügen und besonderen Aktivitäten mussten wir Eltern ran, was auch irgendwie passte.

Vor der Einschulung dann das schulärztliche Gutachten. Sophia konnte körperliche Defizite durch sprachliche Kompetenz ein wenig ausgleichen, wurde aber dennoch ein Jahr zurückgestellt. Im Jahr darauf mussten wir uns bei der Förderschule Bonn-Tannenbusch vorstellen. Die hätten Sophia dann auch liebend gerne genommen, aber uns war schnell klar, dass das nicht die richtige Schule für uns sein kann. Die vor allem körperlichen Schwierigkeiten sollten doch von der Regelschule ausgeglichen werden können, dachten wir.

Von Freunden wussten wir um die Möglichkeit der Schulbegleitung und wandten uns vertrauensvoll an GL-GL. Und das war genau das Richtige.

Sophia durfte die Till-Eulenspiegel-Grundschule in unserer Nachbarschaft besuchen, die Schulbegleitung war meistens pünktlich am Schulweg zur Stelle und war dann eine Bereicherung für die ganze Klasse. Ich bin mir sicher, nicht nur Sophia, sondern auch viele andere Kinder profitierten von der Anwesenheit einer anderen Person in der Klasse. Die Grundschulzeit verging schnell, unsere Tochter hatte immer noch ihre Probleme, die von den Betreuerinnen mehr oder weniger aufgefangen wurden, und am Ende der 4. lag dann, zu meinem Erstaunen, die Gymnasialempfehlung vor.

Meine Tochter entwickelte bald etwas mehr "Freiheitsdränge", trotzdem konnten wir den Übergang nicht unbetreut verlaufen lassen. Das Sozialamt genehmigte ein weiteres Jahr Schulbegleitung, und langsam wurde deutlich, dass Sophia bald alleine zurecht kommen müsse. Seit der sechsten Klasse stehen wir nun ohne Betreuer da. Meine Tochter soll selbständig werden oder mit Hilfe der Klassenkameradinnen zurecht kommen, was auch meistens gut geht. Die Lehrer sind mehr gefordert und bei Ausflügen sind wir Eltern immer noch dran, oder wieder mal.


Wir sind jedoch überaus dankbar, dass es solche Vereine wie GL-GL gibt, und Kinder wie Sophia nicht sofort auf die Förderschule geschickt werden müssen. Vielen, vielen Dank den Ehrenamtlichen, die mithelfen, dass möglichst viele Kinder ihre Möglichkeiten ausschöpfen können und im Rahmen ihrer Fähigkeiten einen eigenen Lebensweg gehen dürfen.

Ohne das Leitbild der Inklusion und ohne die Arbeit der Schulbegleitungen hätte auch unsere Töchter deutlich weniger Möglichkeiten, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Ob Sophia jemals ganz selbständig leben kann steht auf einem anderen Blatt, aber ich denke, alle haben ihr Bestes dazu gegeben, und dafür nochmals allerherzlichsten Dank!!

Es grüßt in herzlicher Dankbarkeit

Familie Wolf