Inzwischen ist Johannes groß, bald wird er schon zehn! Das heißt, die Zeit, die wir mit GLGL teilen, reicht auch schon Jahre zurück.

Angefangen hat es mit einem Flyer, der bei uns im integrativen Kinderhaus auslag, da war Johannes erst drei. Ein Jahr später, als die ersten Überlegungen in Richtung Grundschule anstanden, haben wir uns dann erstmals bei Euch gemeldet: Das Kinderhaus veranstaltet jedes Jahr einen Elternabend „Welche Schule für mein Kind?“. Dieses Mal hatten wir nicht nur die umliegenden Grundschulen eingeladen, sondern auch GLGL, was damals, lange bevor „Inklusion“ in aller Munde war, zu einem höchst spannenden Abend mit vielen Diskussionen führte!

Am Ende hatten die Schulen (Ausgangsposition: „Wie soll das denn in der Praxis gehen?“) und auch wir Eltern („Wer Inklusion will, sucht Lösungen!“) durch Euch einen ganzen Haufen Denkanstöße bekommen!

 

Ingrid Gerber von Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen traf mich zum ersten Mal kurz nach der Gründung meiner Gesamtschule in Bonn. Das war kein Zufall. Ich vermute, sie hatte gezielt nach mir Ausschau gehalten, um mir ihr Anliegen anzutragen: Wann würde ich eine integrative Lerngruppe einrichten? Wann würde ich die ersten Kinder mit Behinderung in meine Schule holen? Ich reagierte abweisend. Die Gründung einer Schule ist eine komplexe Angelegenheit und es schien mir, die Aufgabe sei groß genug.

 

Es zeichnet Ingrid Gerber aus, dass sie sich von meiner ersten Reaktion nicht beirren ließ. Vielleicht hatte sie gesehen, dass ich bereits mit allerlei Arten von Besonderheiten, die Kinder in das Leben einer Lehrperson bringen, sehr gut zurechtkam. Jedenfalls meldete sie sich bald darauf wieder und bat um einen Termin. Ich zeigte Frau Gerber unsere Schule, ein über hundert Jahre altes Gebäude, das als erste Barriere eine breite und schwere Eingangstür hat, die man nicht leicht feststellen kann. Wir gingen die Treppen hinauf in die zweite Etage in mein Büro. Durch die Tür passt, wie ich heute weiß, ein Rollstuhl haargenau. Im Flur sprachen wir schon über Inklusion und ich weiß noch, dass ich Frau Gerber sagte, dass das alte Gebäude mit seinen hohen, kirchenähnlichen Fluren eine schwierige Akustik im Flur hat. Wenn da einer ohnehin nicht gut hören könne – wie wäre das erst für diesen Menschen, wenn der Flur voller Menschen wäre?

 




 

Seit Sommer 2010 bis 2016 hatten wir insgesamt 7 junge Frauen, die Sophia beim Schulweg, bei Ausflügen, im Sport- und Schwimmunterricht und auch und vor allem im Schulalltag unterstützten.

Wir hätten am Anfang nicht zu hoffen gewagt, dass Sophia die Grundschulzeit mit (für ihre Krankheit) so wenig Problemen durchläuft. Und noch weniger hätten wir glauben können, dass sie ein Gymnasium besuchen wird und das Ziel Abitur erreichbar scheint.

Aber vielleicht erst mal ganz von vorne:




Ich möchte Euch berichten, dass Lina seit Anfang Mai 2014 einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz in der Mensa der Waldorfschule hat! Sie fühlt sich an ihrem neuen Arbeitsplatz sehr gut aufgehoben und lernt eine Menge.

Ich danke Euch sehr, dass Ihr den Kontakt zu den Mitarbeiterinnen dort hergestellt habt.

Sie haben Lina ein Praktikum ermöglicht und sich dann sehr eingesetzt, dass sie weiter in der Mensa arbeiten kann.

Das war leider nicht so einfach, denn die Werkstatt, in der Lina auch jetzt noch montags arbeitet, hat uns nicht so gut unterstützt. Man wollte wohl die Förderung vom Arbeitsamt für Linas Stelle in der Werkstatt nicht verlieren.

Eine Justiziarin der Lebenshilfe hat uns bei der Auseinandersetzung mit der Werkstatt geholfen.

Danke auch für Euren Hinweis auf die Dokumente vom Landschaftsverband, aus denen ja hervorgeht, dass so eine tolle Möglichkeit, wie sie Lina jetzt hat, nicht verhindert werden sollte.

Liebe Grüße

Angela Joseph




 17. November 2017

Wir gehören „geschichtlich“ gesehen zum „Urgestein“ des Bonner Vereins oder sogar seiner Vorgeschichte. Dabei war allerdings meist unser eigener aktiver Einsatz nur bescheiden.

Vor allem haben wir profitiert, zuächst von Christa, Wolfgang und Albrecht Roebke und von der „Eisbrecher“-Funktion Uli Roebkes. Unsere Kinder Isabel und Christopher waren ab Bodelschwingh-Schule dabei, auch auf der IGS Bonn-Beuel bis 1991. Isabel hat als Nicht-Behinderte viel soziales Engagement und Unbefangenheit „mitgenommen“.