mittendrin e.V.


PRESSEMITTEILUNG

Keine "beste Bildung" für die Inklusion

Vom Schulministerium geplante "Neuausrichtung" der inklusiven Bildung enttäuscht auf ganzer Linie

6.7.2018 Der Elternverein mittendrin e.V. bezeichnet die so genannte "Neuausrichtung" der inklusiven Bildung durch Schulministerin Yvonne Gebauer als Enttäuschung auf ganzer Linie. "Frau Gebauer ist angetreten, bei der Inklusion alles besser zu machen", sagt mittendrin-Vorsitzende Eva-Maria Thoms, "statt dessen ist seitdem alles immer schlechter geworden. Eltern berichten uns vermehrt von Schulen, die sie abwimmeln wollen und offensichtlich davon ausgehen, dass sich das mit der Inklusion erledigt habe".

Die Ankündigung von völlig unbestimmten "Qualitätsstandards" für inklusive Schulen könne nicht verdecken, dass die Ministerin noch stärker als die Vorgängerregierung das verfügbare Personal vorrangig für die Sonderschulen reserviere. Das zeigen entsprechende Erlasse für die Personalverteilung, in denen den Sonderschulen schon zum kommenden Schuljahr 930 neue "Mehrbedarfsstellen" für Sonderpädagogen zugeteilt werden.

Die heute angekündigten Stellen für die inklusiven "Schwerpunktschulen" in der Sekundarstufe kommen dagegen deutlich später und hier sollen nicht etwa Sonderpädagogen bereit gestellt werden, sondern Regelschullehrer und nicht-lehrendes Personal. Dabei sei allen Beteiligten klar, dass diese Stellen überwiegend nicht besetzt werden können, weil es keine Bewerber gibt. "Angesichts der vielerorts bestehenden personellen Notlage an inklusiven Schulen ist die Bevorzugung der Sonderschulen nicht akzeptabel", sagt Eva-Maria Thoms.

Darüber hinaus enthalten die Eckpunkte nicht den Hauch einer Perspektive, wie die inklusive Bildung in Nordrhein-Westfalen in guter Qualität aufgebaut werden soll. "Nach einem Jahr Schweigen zu diesem Thema hätten wir Zukunftsweisendes erwartet. Statt dessen kommen nur Maßnahmen zur Verwaltung des Mangels wie die Bündelung von inklusiven Schulen oder die offenbar von der bayerischen Schulpolitik abgeguckten Förderschulgruppen an allgemeinen Schulen".

Mit einem Elternwahlrecht auf die Art der Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung habe diese Politik nichts zu tun, sagt die mittendrin-Vorsitzende Eva-Maria Thoms, "So lange die Landesregierung den meisten Familien mit behinderten Kindern keinen inklusiven Schulplatz ordentlicher Qualität anbieten kann, kann von einem Wahlrecht keine Rede sein".

 

Ihr Ansprechpartner: Eva-Maria Thoms 0171 5409788

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