mittendrin e.V.


PRESSEMITTEILUNG


Niemand sollte den Film "ICH.DU.INKLUSION." zum Anlass nehmen, den Aufbau inklusiver Bildung stoppen, verlangsamen oder komplett in Frage stellen zu wollen.


Gemeinsame Erklärung mit dem Regisseur Thomas Binn
 

Am 4. Mai startet bundesweit in den Kinos der Dokumentarfilm ICH.DU.INKLUSION. – Wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft. Der Film zeigt den Alltag einer Grundschulklasse von Kindern mit und ohne Behinderung im nordrhein-westfälischen Uedem.


In NRW gilt seit dem Schuljahr 2014/15 für Kinder mit Behinderung ein Rechtsanspruch auf inklusive Schule. Dies hat im Land zu einem erbitterten schulpolitischen Streit geführt. Lehrer beklagen dass es nicht genug Personal für inklusive Schulen gibt. Nicht selten kippt in der Debatte aber die berechtigte Forderung nach ausreichend Personal in eine Haltung, Inklusion „gehe“ so nicht und müsse gestoppt oder verlangsamt werden. In diese Richtung argumentieren auch die Oppositionsparteien im laufenden Landtagswahlkampf. Sie ignorieren dabei, dass Inklusion in Nordrhein-Westfalen zwar vielerorts noch nicht gelingt, aber unter den gleichen Rahmenbedingungen in vielen anderen Schulen schon gut gelingt.


Dass der Kinostart des Films mitten in die heiße Wahlkampfphase in Nordrhein-Westfalen fällt, birgt die Gefahr, dass er parteipolitisch missbraucht wird. Die Tatsache, dass der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) bundesweit und intensiv die Promotion des Films unterstützt, stimmt zusätzlich misstrauisch.
 
Als Regisseur des Films "ICH.DU.INKLUSION" hat Thomas Binn unter anderen den Elternverein mittendrin e.V. um Unterstützung bei der Werbung rund um den Filmstart gebeten. Der mittendrin e.V. hat im Gespräch darauf hingewiesen, dass Filme über Inklusion, die auch Probleme bei der Umsetzung thematisieren, gerade in der derzeit angespannten Diskussion und im Wahlkampf stets in Gefahr sind gegen Inklusion instrumentalisiert zu werden.

Dies möchten wir beide verhindern und erklären deshalb gemeinsam:
 
"Der Film ICH.DU.INKLUSION. – Wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft begleitet eine inklusive Grundschulklasse in Uedem am Niederrhein über die ersten zweieinhalb Schuljahre.

Er zeigt ungeschminkten Schulalltag mit seinen Freuden und seinen Herausforderungen, Problemen und Überlastungen, die auch im Aufbau inklusiver Schule entstehen.


Wir brauchen die ehrliche Debatte und den klaren Blick auf das Reformprojekt Inklusion. Wir müssen auch Nicht-Gelingendes und Fehlentwicklungen ansehen, um es zunehmend besser machen zu können. Hier reicht es nicht auf mangelnde Ausstattung durch "Die da oben" zu verweisen und dann die Hände in den Schoß zu legen. Beim Aufbau inklusiver Bildung ist jeder aufgefordert seinen Teil beizutragen. Natürlich brauchen wir mehr Personal in unseren Schulen. Aber Ressourcen sind ihrer Natur nach endlich. Umso wichtiger ist es, sie klug und engagiert einzusetzen.


Niemand sollte den Film "ICH.DU.INKLUSION." zum Anlass nehmen, den Aufbau inklusiver Bildung stoppen, verlangsamen oder komplett in Frage stellen zu wollen. Wir freuen uns aber über die Debatte, wie die Umsetzung von Inklusion an Schulen verbessert werden kann."
 
Thomas Binn, Filmemacher, Kevelaer 02832 930311 http://binn.de/
Eva-Maria Thoms, mittendrin e.V., 0171 5409788 http://www.mittendrin-koeln.de
 
mittendrin e.V.
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50939 Köln
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