23.9.2015

Nachdem Sabine Lukas vom Inklusionsbüro der Stadt Bonn die anwesenden Eltern, die Vertreter der Verwaltung, Sprecher aller Schulformen sowie die Elternvertreter von Stadtschulpflegschaft und GLGL begrüßt hatte,  erläuterte Schulrat Andreas Paul mit Hilfe einer umfangreichen Präsentation das für Bonn in diesem Jahr geltende und in Teilen doch immer noch recht komplizierte Verfahren für die Anmeldung von Kindern mit sonderpädagogischen Bedarf an weiterführenden Schulen.

Die zum Teil bereits gut informierten Eltern stellten gezielt Fragen nach der Zahl der zu erwartenden Kinder, nach den Schulformen in den weiterführenden Schulen, die in diesem Jahr Inklusion anbieten werden, und äußerten Kritik an der Reihenfolge für die Aufnahme an den Gesamtschulen, die aufgrund der Landesvorgaben (insbesondere das Kriterium Wohnortnähe) von der Stadt so umgesetzt werden.

Die Vergabe der Plätze für Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf richtet sich dieses Jahr zunächst nach Wohnortnähe und erst dann nach den folgenden Kriterien:

·      Anzahl der Plätze, die an einer Schule mit GL vorhanden sind

·      Vorhandensein der benötigten sächlichen Ausstattung

·      Ausreichende sonderpädagogische Ressourcen

 

Dies entspricht immer noch dem früheren Denken, dass vorbehaltlich von „räumlichen, personellen und sächlichen Ressourcen“ ein Platz an einer Regelschule verfügbar war, der im Gesetz früher verankert war.  Das bedeutet de facto, dass nach wie vor nicht der Bedarf nach inklusiven Schulplätzen die  bereitzustellende Ressource vorgibt, sondern umgekehrt: Kinder und Eltern haben sich mit ihrem Schulwunsch nach den vorhandenen Bedingungen zu richten und werden dabei – im wieder sehr wahrscheinlichen Fall eines Anmeldeüberhangs - räumlichen Einschränkungen („wohnortnah“) unterworfen, die es für Kinder ohne Förderbedarf so nicht gibt . De jure hat jedoch nach unserem Verständnis der Schulträger zusammen mit der Schulaufsicht für diese Ressourcen zu sorgen, damit das Kind mit Förderbedarf an jeder Schule aufgenommen und gefördert werden kann, denn so sieht es die UN-Konvention vor.

Eine spannende Frage kam zum Schluss noch von einem Vater eines Kindes mit Förderbedarf: Er erkundigte sich nach der Einklagbarkeit des Rechtsanspruches. Diese wurde von Seiten des Schulamtes dahingehend beantwortet, dass Rechtsmittel natürlich jederzeit eingelegt werden können.

Nach Ende der Veranstaltung wandten sich einige Eltern an uns und berichteten  bereits allzu lange Bekanntes: von immer wiederkehrenden Beratungen hin zur Förderschule, obwohl sie bereits mehrfach deutlich gemacht hatten, dass sie für ihr Kind inklusive Bildung wünschen.

Alles in Allem war diese Veranstaltung, die übrigens nach unserem Kenntnisstand nur in Bonn in dieser Form von Seiten der Stadt angeboten wird, informativ und hat dank des Engagements der Verwaltung einen guten Überblick über die Zeitschiene und in das recht komplizierte Anmeldeverfahren gebracht.  Auch wenn viele Fragen geklärt werden konnten, wurden gewiss bei einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine ganze Reihe neuer Fragen aufgeworfen. Diese müssen nun im Detail und mit Blick auf die jeweilige individuelle Situation geklärt werden.  Dabei werden wir die Eltern, wie gewohnt, gerne unterstützen.

Die Präsentation hoffen wir, in den nächsten Tag hier verlinken zu dürfen.  Wichtige weitere Informationen zu Fragen, die Eltern mit in die Tage der Offenen Türen und zu den Beratungsgesprächen an die weiterführenden Schulen mitnehmen sollten, finden Sie auch auf der Homepage der Stadtschulpflegschaft hier

 

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27.9.15

update

Hier gibt es in der Zwischenzeit auch bereits eine schöne Anleitung der Marie-Kahle-Gesamtschule zum diesjährigen Anmeldeverfahren - klasse!