16.6.2015

Echte Anteilnahme: Die Familiendezernentin der Stadt Bonn, Angelika-Maria Wahrheit, würdigte zu Beginn des heutigen Schulausschusses das Leben und Wirken von Familie Roebke

 

Familiendezernentin Angelika Maria Wahrheit

 

"Wir trauen um Dr. Christa Roebke, Wolfgang Roebke und deren Sohn Uli Roebke.

Durch einen Verkehrsunfall sind vor knapp zwei Wochen Dr. Christa Roebke und ihr Ehemann Wolfgang ums Leben gekommen, der gemeinsame Sohn Uli ist wenig später im Krankenhaus gestorben.

Zurück bleiben der zweite Sohn der Familie, Albrecht Roebke und seine Angehörigen.

Die Bundesstadt Bonn trauert mit Albrecht Roebke um drei Menschen, die Inklusion bereits gelebt haben, als an die UN-Behindertenrechtskonvention noch niemand dachte.

Frau Dr. Roebke hat - immer mit der Unterstützung ihres Ehemannes - nach der Geburt von Uli Roebke begonnen, gemeinsam mit anderen Eltern von Kindern mit Behinderung dafür zu kämpfen, dass Kinder mit Behinderung nicht in „Spezialeinrichtungen" betreut werden müssen, sondern gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung aufwachsen können.

Die frühe Entwicklung von integrativen Bildungsangeboten in Bonn geht auf die Initiative von Frau Dr. Roebke und weiteren Eltern zurück, die mit ihr gemeinsam den Verein „Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen Bonn e.V." gegründet haben.

•  Die Einrichtung des Montessori-Kindergartens für Kinder mit und ohne Behinderung im Gustav-Heinemann-Haus in Bonn-Tannenbusch wurde vom Verein initiiert;

•  der gemeinsame Unterricht an der Bodelschwingh-Schule und später an der Gesamtschule Beuel sind ebenfalls auf die Initiative der Familie Roebke und ihrer Mitstreiterinnen und Mitstreiter zurückzuführen.

In den späten 80er Jahren, und Anfang der 90er Jahre ist Frau Roebke an die Sozialverwaltung der Bundesstadt Bonn herangetreten. Es ging diesmal um Praktika von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung auf dem freien Arbeitsmarkt.

Und in der inklusiven Wohngemeinschaft von „Brücke-Krücke e.V." wird Uli Roebke ganz sicher in Erinnerung bleiben.

Nicht nur Uli Roebke, sondern viele andere Kinder und Jugendliche mit Behinderung haben von den kreativen Ideen und der unermüdlichen Initiative von Frau Dr. Roebke und anderen Eltern im Verein „Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen" profitiert.

Wir verabschieden uns in Dankbarkeit und werden das Unsrige tun, um das Lebenswerk dieser Familie in dieser Stadt fortzusetzen."