PRESSEMITTEILUNG GEMEINSAM LEBEN, GEMEINSAM LERNEN NRW     

7.3.2017

Heute beginnt vor dem Landgericht Köln der Schadenersatz-Prozess von Nenad M. gegen das Land NRW.  Der junge Mann, der heute auf dem Weg zum Realschulabschluss ist, hat mehr als 10 Jahre lang bis kurz vor seinem 18. Geburtstag die Sonderschule „Geistige Entwicklung“ besucht – gegen seinen Willen.

Obwohl Nenad schon früh begann, seine Lehrer um einen Wechsel auf eine andere Schule zu bitten, bescheinigte auch die Kölner Sonderschule jedes Jahr wieder, Nenad habe eine geistige Behinderung und müsse auf der Sonderschule bleiben. Dabei hatten sie selbst erkannt, dass bei Nenad M. keine geistige Behinderung vorliegt. Die Beschulung auf der Sonderschule „geistige Entwicklung“ wurde in den Förderplänen mit fehlender Disziplin und sozialen Schwierigkeiten begründet.

"Sehr geehrter Herr Armin Laschet, sehr geehrter Herr Christian Lindner,

Sie bewerben sich als Spitzenkandidaten Ihrer Parteien um das Amt des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalens. Für Ihre Wahlkampf-Angriffe auf die amtierende Landesregierung haben Sie sich insbesondere das Thema Inklusion ausgesucht. Auf Ihrer Suche nach besonders schlagkräftigen Argumenten zeichnen Sie dabei geradezu katastrophische Bilder, benutzen bedrohliche Metaphern und ziehen Argumentationslinien, die unsere Kinder mit Behinderung als Störer von Schulfrieden und Bildung denunzieren. Als Eltern von Kindern mit Behinderung möchten wir Sie mit diesem Brief darauf aufmerksam machen, dass Sie mit ihrer parteipolitisch motivierten Rhetorik massiven Schaden anrichten. "

 

Unsere Stellungnahme dazu:


Der zuletzt veröffentlichte offene Brief der Elternvereine für inklusive Bildung in NRW an Armin Laschet und Christian Lindner veranlasst die Landesschüler*innenvertretung NRW zu folgender Stellungnahme:




ProblemkindSchulsystem

(dies ist der Name des Autors/der Autorin auf rp online zu der Analyse zu: "Elternvereine verteidigen Recht auf Inklusion")

2

Mein Kind ist in einer super ausgestatteten Lage: 2 Lehrer, davon einer Sonderpädagoge, in einer GL-Klasse + on top ein Schulbegleiter für das "geistig behinderte" Kind.

Unser Sohn, der überall -außerschulisch, wohlgemerkt- ein willkommenes und gern gesehenes Kind ist, dem viel zugetraut wird und der sich erstaunlich anpaßt für sein Down Syndrom - ist in der Schule "ein Problem". Man könne die Ursache seines Verhaltens nicht erkennen, er lerne nichts, er könne sich nur 1/2h konzentrieren und wäre ja schnell müde.




3. Februar 2017

Raul Krauthausen, Aktivist & Autor, der sich mit den www.sozialhelden.de für behinderte Menschen einsetzt, sowie als Moderator von www.krauthausen.tv. arbeitet,

teilt auf Facebook am 3. Februar um 18:59 · unseren Offenen Brief an Herrn Laschet und Herrn Lindner

Raul Krauthausen zornig.

und kommentiert:

Die falschen Freunde der #Inklusion sind in #NRW aktuell Christian Lindner (FDP) und Armin Laschet (CDU)!

Beide faseln was von "#Bestandsschutz für #Sonderschulen" und dass man die #Regelschulen ja auch nicht überfordern dürfe, weswegen man daher die "Inklusion aussetzen" müsse.

Das Gute: Jetzt kommst du!
Merk dir diese Namen/Parteien und "berücksichtige" sie dann bei der nächsten Landtagswahl NRW Nordrhein-Westfalen 2017 #ltwnrw mit KEINER Stimme!

Mehr zum Thema Inklusion gibt es auf:
www.inklusionfakten.de oder
Inklusionsfakten

Und hier der link zum kompletten Facebook-Eintrag, der 1. überaus interessant und vielfältig kommentiert wurde - und 2. bis heute 130 mal bisher geteilt!




Werter Herr Laschet, werter Herr Lindner,

als Förderschullehrerin in Niedersachsen und mit ganzem Herzen Lehrerin für alle Schülerinnen und Schüler, die mir anvertraut sind, stehe ich aufgrund meiner pädagogischen, fachdidaktischen und methodischen Kenntnisse aus Studium und Beruf sowie aufgrund meiner bald dreißigjährigen Erfahrung als Lehrerin in Regel- und Förderschule, in reinen Förderschulklassen als auch im gemeinsamen Unterricht voll und ganz hinter dem Ziel, Schulen in Deutschland zu inklusiven Schulen zu entwickeln.

Ich habe mich fachlich seit über 10 Jahren damit auseinandergesetzt,