Der Umgang mit der erneuten Anfrage der Linksfraktion zum Schülerspezialverkehr seitens der Parteien und der Verwaltung - zwischen unwillig und lapidar - die Zusage der Familiendezernentin im letzten Schulausschuss, sich mit dem Städtetag ins Benehmen zu setzen - bis jetzt weder umgesetzt, noch wurde die Bereitschaft signalisiert, dies jetzt tun zu wollen - dies ist unterm Strich: Ein Armutszeugnis, vor dem Hintergrund der Verpflichtung, inklusive Bildung umsetzen zu wollen, die die Stadt Bonn ebenso wie Land und Bund mit der Ratifizierung der UN-Konvention eingegangen sind. Da wird Behinderung zur Privatsache gemacht, die Familien bleiben mit dem Schulweg, der auch in Zukunft nicht alleine bewältigt werden kann, allein!

....Gerade die wenigen Familien mit Kindern mit Behinderungen sind hiervon betroffen. Die Stadt kann für diese Kinder kein wohnortnahes schulisches Angebot liefern und als Konsequenz wird eine weiter entferntere Schule gewählt. Ab dem Moment ist das handicap (die Behinderung) für die Stadt offenbar nicht mehr existent.
 
Außerdem gibt es keine Altersbegrenzung - die Verwaltung behandelt hier Kinder mit und ohne Handicap gleich und behauptet, wenn Eltern ihre Regelkinder in die Schule bringen, können das Eltern mit behinderten Kindern auch. Der Unterschied ist jedoch, dass ein Handicap eines Kindes u.U. lebenslang bleibt und die Eltern zeitlebens zuständig bleiben, während Regelkinder irgendwann aus Altersgründen nicht mehr begleitet werden müssen. 

Wir haben einen verpflichtenden Schulbesuch in Deutschland und das ist auch gut so. Aber es ist nicht richtig, Eltern behinderter Kinder bei der Organisation von An- und Abfahrt zur Schule und nach Hause für die gesamte Schulzeit zu benachteiligen!