15. November 2014

25.11.14 in Düsseldorf

Das halbjährliche Treffen der Elternverbände mit der Ministerin und ihrem Stab stellt einen wichtigen Austausch über Problemfelder aus Elternsicht dar. Verbunden ist dies mit der Möglichkeit, Impulse zu setzen für eine Weiterentwicklung der vorhandenen Strukturen. Auch kann hier ein gewisses Verständnis für die Weichenstellungen und die jeweilige Motivation der handelnden Personen im Schulministerium entstehen.

Unsere Fragen an die Schulministerin, auf die wir uns zu diesem Termin Antworten erhoffen:

  • Nach 10 (bzw. 11) Pflichtschuljahren endet die allgemeine Schulpflicht in der Sek I, die Schüler müssen dann von der allgemeinen Schule zurück auf die Förderschule. Mit welchen Maßnahmen planen Sie hier Abhilfe zu schaffen?

  • Wir beobachten, dass bisweilen Förderschullehrer ungern auf allgemeine Schulen wechseln und fürchten, dass wegen einer zu dünnen Personaldecke und daraus resultierender ungenügender Betreuung an den allgemeinen Schulen die Umstellung gebremst wird. Welche Anreizprogramme planen Sie zu schaffen, um den Beruf des Förderlehrers an allgemeinen Schulen mit Gemeinsamem Lernen für das Personal der Förderschulen attraktiv zu machen?

  • Wie kann zukünftig sichergestellt werden, wie die Förderschullehrer zukünftig mit Angehörigen ihrer Berufsgruppe in einen fachlichen Austausch eintreten können?

  • Wie ist geplant, Förderschullehrer, die lediglich zwei Förderschwerpunkte erlernt haben, dahingehend zu unterstützen, dass sie zukünftig fachlich kompetent das sonderpädagogische Fachwissen aller Förderschwerpunkte unterrichten können? (Fachlicher kollegialer Austausch, niederschwellig und einfach erreichbar)

  • Wie werden die Ausgaben für Inklusion bei den Kommunen abgefragt werden, die sie zusätzlich für die Umsetzung von Inklusion veranschlagen? Wir haben als Elternverbände die Sorge, dass z.B. bei einer Abrechnung einer behindertengerechten Toilette nicht auch der ganze Waschraum saniert wird und dies dann als „Kosten von Inklusion“ deklariert wird?

  • Welche beruflichen Perspektiven haben die Direktoren der Förderschulen, wenn ihre Schulen auslaufen? (Wer wird ohne eine Zukunftsperspektive die Auflösung seiner Schule vorantreiben?)

  • Wann können wir damit rechnen, dass Schulbegleiter auch im Nachmittagsbereich finanziert werden? Immer noch werden von Seiten der OGSsen Kinder mit Förderbedarf z.T. gar nicht erst angenommen. Diese Schlechterstellung des Gemeinsamen Lernens im Vergleich zur Förderschule, die in der Regel Ganztagsschule ist, bzw. diese Ungleichbehandlung, ist nicht mehr zeitgemäß.

  • Wir beobachten, dass die Input-Finanzierung in den OGTsen zu einer Art Um- Etikettierung von vormals nicht „besonderen“ Schülern führt. Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, damit dem Einhalt geboten wird?

  • Wie plant die Landesregierung, die Klippe zu nehmen, dass Kinder mit Förderbedarf, die nicht die Kompetenzerwartung der Schulform erreichen, die Schule verlassen müssen? Ein vormals lernbehinderter Schüler, dessen Förderbedarf aufgehoben wird, muss aktuell das Gymnasium verlassen, da er die Kompetenzerwartung dieser Schulform nicht erfüllt.

  • Wie wird die Klasse 10 der SEK I an einem Gymnasium organisiert, für die Schüler, die Förderbedarf hatten oder noch haben? Problem: Klasse 10 am Gymnasium ist bereits Oberstufe.

  • Wie hoch ist der Anteil der Gymnasien in NRW, in denen Kinder mit ausgewiesenem Förderbedarf beschulen?

  • Wie ist geplant, Qualitätsmindeststandards für das Gemeinsame Lernen festzustellen, damit Eltern nicht mehr die „Katze im Sack“ kaufen müssen, sondern verlässliche Strukturen vorfinden und sie so tatsächlich auch erst in die Lage versetzt werden, ihr Wahlrecht auszuüben?

  • Im Koalitionsvertrag ist von einer Schiedsstelle Inklusion die Rede. Wie weit sind die Vorbereitungen hierfür gediehen?

    (Hintergrund: auch in Sachsen fordert der Landeselternrat eine solche Schiedsstelle: http://www.mdr.de/sachsen/inklusion-sachsen102.html )